Orchester und Pianist atmen Musik

Die Spielzeit 2013/2014 des Marburger Konzertvereins rundeten das Kammerorchester Marburg und der Marburger Pianist Andreas Hering mit einem reinen Beethoven-Programm vor 600 Besuchern glanzvoll ab.

Marburg(pz). (…)Beethovens viertes Klavierkonzert op. 58 steht in erster Linie für Introvertiertheit und Melancholie in den Ecksätzen, ohne im Mittelsatz auf harte Kontraste im Rezitationsstil zu verzichten. Der einschmeichelnder Auftakt mit schöner Melodik in exzellent präzisen Steigerungen und Abschwächungen der Dynamik des Orchesters leiteten über zur feingliedrigen Ausgestaltung des Klavierparts von Andreas Hering. Er begeisterte mit klaren Läufen sowie lustvollem Ausmusizieren der Harmonien und der hohen Kunst der Phrasierung.(…)

(…)Den Schlusssatz gestaltete Hering mit feinnervigem Klavierspiel im Wechsel mit weichem Ensembleklang des Kammerorchesters Marburg aus, um dann kraftvoll zu kontrastieren. Bei punktierter Rhythmik, mit Ton- und Akkordkaskaden, sanglichen Melodien, und Läufen wie an einer Perlenschnur aufgereiht, zog Andreas Herzog alle Register eines reifen Pianisten mit einem auf gleicher Wellenlänge getakteten Kammerorchester.

Die Zuhörer drückten ihre Begeisterung in stürmischem Applaus mit Fußgetrampel und Bravos aus. Andreas Hering bedankte sich mit der ungewöhnlich zart und transparent gespielten Sarabande aus der Englischen Suite Nr. 2 von Johann Sebastian Bach, die das Publikum in fast atemloser Stille genoss. (…)

Helmut Rottmann, OP Marburg, 12.5.2014